26º 44' 26'' Süd 49º 10' 37" Ost

Hier spielt sich ab, was wir nicht verstehen können.
Eine brasilianische Stadt, in der man als Deutscher plötzlich mit offenen Armen, mit Freuden empfangen wird. Ein Volksfest, das deutscher ist als
deutsch; Frauen mit langen, neben Männern mit kurzen Haaren (und keine Bombenlegerzwitterwesen). Unsere Musik aus allen Ecken und Enden der Stadt strömt auf die Passanten ein: gesungen von Brasileiros oder abgespielt vom CD-Player.

Blumenau, im Bundesstaat Santa Catarina, ist 155 Jahre alt und seither, trotz des naturbedingt knappen Platzes immer weiter gewachsen. Dr. Hermann Blumenau, seines Zeichens Apothekermeister, begründete mit einem kleinen Gefolge im Jahre 1850 das, was wir heute vor uns haben: Im Zentrum stehen die Zeichen der Vergangenheit – auffällig viele Fachwerkhäuser und alte Gründerzeitvillen – neben Läden, die uns eher an Italien erinnern, sowie ein Einkaufszentrum nach amerikanischer Art, hinter dem sich ein wilder tropischer Park erstreckt, angelegt um Ruhe zu finden. Ruhe, die man braucht bei diesem Verkehrsaufgebot an alten, stinkenden, LKW- und PKW-Modellen, an Motorrädern und rasenden Taxis, an Fußgängern und der Müllabfuhr, die die Säcke im Handkarren einsammelt. Mehr als 265.000 Bürger leben, fast wie in Eichstätt, weit verstreut im von Hügeln umgebenen, grünen, Tal des Rio Itajaí. Doch der Reichtum, den die mit schwarz-weißen Mustern bepflasterte Textil- und Porzellanstadt in ihrem Inneren ausstrahlt, lässt weiter draußen ebenso rapide nach, wie die Qualität ihrer Straßen.

Seit ihrer Gründung hatte die Stadt mit starken Überschwemmungen zu kämpfen, die wiederkehrende Entspannung nach zwei besonders Großen soll der Anstoß für das Oktoberfest gewesen sein.
 

 

Martin